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Sonnenflecken: Zeichnen vs. Fotografieren

von Christof Wiedemair



Was sind Sonnenflecken?

Sonnenflecken sind kühlere Gebiete auf der Sonnenoberfläche, die sich dunkel gegen die helle Sonnenscheibe abzeichnen. Die Sonnenscheibe ist etwa 6000 Grad Celsius heiß und glüht dementsprechend hell. Die Sonnenflecken sind hingegen ca. 1500 Grad kühler und damit deutlich leuchtschwächer. Sie strahlen zwar immer noch sehr viel Licht ab, erscheinen aber gegen den helleren Hintergrund aufgrund des Kontrastes dunkel. Größere Sonnenflecken gliedern sich in einen dunklen Kernbereich (Umbra) und einen helleren Hof (Penumbra). Die Struktur von großen Sonnenfleckengruppen kann sehr komplex sein.

Was ist die Idee?

Wir dokumentieren einen ausgewählten komplexen Sonnenfleck einerseits mit einer Zeichnung am Teleskop und andererseits mit einer Fotografie. Der Feind sowohl des Fotografen als auch des Zeichners ist die Luftunruhe, das sog. "Seeing". Eine Gegenüberstellung zwischen gutem und schlechtem Seeing sieht man in diesem Youtube-Video:

http://www.youtube.com/watch?v=1PRnrhsOBdw

Der Fotograf überwindet dieses Hindernis mit der Technik des 'Lucky Imaging', der Zeichner mit seiner Geduld.

Der Vergleich zwischen beiden Ergebnissen sollte sehr interessant sein. Er zeigt, welche Detailwahrnehmung mit viel Geduld und dem Auge am Teleskop möglich ist. Außerdem befindet man sich in Gesellschaft der großen Sonnenfleckenzeichner vergangener Zeiten, wie z.B. Samuel Heinrich Schwabe.


Wer ist gefragt?

Mehrere Mitglieder der Astrogruppe beherrschen das Lucky Imaging und sind in der Lage Sonnenflecken zu auf diese Art zu fotografieren. Für das Zeichnen braucht es jemanden, der ausgesprochen geduldig ist und grundlegende Zeichentechniken beherrscht. Ggf. kann am Teleskop zunächst eine Rohskizze erstellt werden und diese im Anschluss, solange die Erinnerung noch frisch ist, in eine Reinzeichnung überführt werden.

WENN DU ES VERSUCHEN WILLST, MELDE DICH UNTER astro.cusanus@gmail.com !



Erster Versuch!

Am 19. Oktober 2013 hat Frank Schraffl (4aR) gemeinsam mit Christof Wiedemair einen ersten Versuch gestartet! Ab 13:00 Uhr wurde eine größere Fleckengruppe gezeichnet und fotografiert. Leider gab es zunehmend mehr Zirren, die das Sonnenbild trübten. Außerdem sank die Sonne schnell gegen den Horizont und die Luftruhe wurde schlechter. Teilweise musste man eine Minute lang mit dem Auge am Okular auf einen ruhigen Moment warten! Trotzdem sind die ersten Erfahrungen wertvoll und die ersten Ergebnisse lassen auf mehr hoffen. Unten findet man zwei Zeichnungen und das zugehörige Foto. Die Zeichnungen geben die wesentlichen Strukturen fast alle wieder, wenn auch mit deutlich geringerer Detailgetreue.

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Bleistiftzeichnung Frank Schraffl vs. Foto mit TIS DMK21 und Baader FFC am Teleskop (1000 von 4000 Bilder).

Bleistiftzeichnung Christof Wiedemair vs. Foto mit TIS DMK21 und Baader FFC am Teleskop (1000 von 4000 Bilder).



Frank bei der Arbeit neben dem APO (150mm f=1000 mm) mit Herschel-Prisma der "torretta".


Arbeitsutensilien.



Zweiter Versuch!




Ein weiteres Beispiel vom 31.10.13.